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Wenn sich die Hormone umstellen, leiden manche Frauen massiv, andere fühlen sich eher befreit – Psyche, Gene, Ernährung, auch die Kultur sind ausschlaggebend.
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Verlust der Lust ist kein Schicksal. Sie lässt sich bewusst neu beleben. Und gegen das Problem der Scheidentrockenheit helfen Hormonsalben.
Tabletten, Spritze
Hormone als Wundermittel im Klimakterium? Studien deckten gefährliche Nebenwirkungen auf. Das gilt auch für einige andere Anti-Aging-Wirkstoffe.
Frau mit Steinschleuder
Sport und richtige Ernährung stärken die Knochen, beugen Hitzewallungen vor, heben die Stimmung – und wirken so gegen die häufigsten klimakterische Beschwerden.
Medizinfläschchen, Kräuter
Pflanzliche Wirkstoffe, Homöopathie, Kneipp, Gesprächsgruppen – es gibt vielfältige Hilfe gegen Wechseljahrsbeschwerden, ohne massive Medikamente.
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Hormone nur bei starken Beschwerden

Herzinfarkt und Schlaganfall, aber auch Brustkrebs könnten durch eine Hormonersatztherapie begünstigt werden. Das zeigen Untersuchungen. Deshalb werden diese Medikamente nur noch in geringer Dosierung und nur, wenn die Beschwerden besonders stark ausgeprägt sind verschrieben. Auch Anti-Aging-Hormone wie Melatonin und DHEA sehen viele Experten zurzeit eher skeptisch, weil ihre Wirkung noch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt ist.

Im Überblick



Hormonersatztherapie: nur noch Negativmeldungen

Noch vor wenigen Jahren war die Hormongabe Standardtherapie bei Wechseljahresbeschwerden: Die Hormonersatztherapie (HET, oft auch kurz Hormontherapie HAT genannt) hatte nicht nur den Ruf, gegen typische Wechseljahresbeschwerden zu wirken: Es hieß, sie senke auch das Risiko für Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Demenz. Inzwischen wird die HET nur noch selten verschrieben. Was führte zu ihrem Rückgang? 

Erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Kombinationspräparate

Skepsis auf breiter Front brach aus, als im Juni 2002 die US-amerikanische Studie Women’s Health Initiative (WHI) mit rund 16.000 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren ausgewertet wurde. Es zeigte sich, dass die HET das Risiko für Brustkrebs erhöhte. Die Million Women Study der Universität Oxford (Großbritannien) von 2003 bestätigte dieses Ergebnis.  

Hormontherapie schlecht für Herz, Kreislauf und Gehirn

Das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall und Lungenembolie steigt ebenfalls durch eine HET, ergab die WHI-Studie. Ein Studienarm der WHI-Studie machte 2003 außerdem deutlich: Die Gefahr von Hirnleistungsstörungen erhöht sich durch Kombinationspräparate etwa um den Faktor 2.
Die WHI fördert allerdings auch Positives zu Tage: Darmkrebs und Gebärmutterkrebs sowie Osteoporose treten bei der HET etwas seltener auf. Nach Einschätzungen von Experten wiegen diese Vorteile die Nachteile aber nicht auf. Durch die HET ergeben sich pro 10.000 Frauen jährlich: 
  • 8 zusätzliche Brustkrebsfälle
  • 7 zusätzliche tödliche und nicht-tödliche Herzinfarkte
  • 8 zusätzliche Schlaganfälle
  • 18 zusätzliche Thromboembolien – davon 8 Lungenembolien
  • 6 Darmkrebsfälle weniger
  • 5 Oberschenkelhalsbrüche weniger.
Ob während einer HET Nebenwirkungen wie Brustkrebs oder Schlaganfall auftreten, hängt vor allem auch vom Alter der Patientin sowie von Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht ab.
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Wann Hormone verordnet werden

Brustkrebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Thromboembolien – angesichts dieser Risiken hat die Hormonersatztherapie (HET) als Standardtherapie bei Wechseljahresbeschwerden ausgedient. Zwar meinen einige Mediziner, die negativen Ergebnisse der US-Studie Women’s Health Initiative (WHI) seien mit Vorsicht zu betrachten. Sie verweisen beispielsweise auf das hohe Eintrittsalter der Studienteilnehmerinnen sowie auf nicht berücksichtigte Vorbehandlungen und Risikofaktoren. Trotzdem sind sich offizielle Stellen in Deutschland wie die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einig: Gynäkologen sollten Hormonpräparate nur noch in Ausnahmefällen verschreiben.  

Hormontherapie nicht länger als zwei Jahre


In einer Stellungsnahme des BfArM (18.08.2003) heißt es: „Arzneimittel zur HET sollten nur noch zur Behandlung ausgeprägter Wechseljahresbeschwerden angewendet werden. Außerdem wird empfohlen, die Behandlung so kurz und so niedrig dosiert wie möglich durchzuführen.“ Viele Gynäkologen setzen diese Empfehlung bereits um. So verordnet Dr. Gabriele Gossing, Oberärztin an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Charité in Berlin, Hormonpräparate nur noch bei extremen Hitzewallungen. „Wenn eine Frau alle fünf bis zehn Minuten von Schweißausbrüchen gequält wird und kaum mehr aus dem Haus gehen mag, dann bekommt sie von mir Hormonpräparate verschrieben“, sagt die Gynäkologin. Allerdings verläuft die Therapie nach strengen Vorgaben:
  • Die HET beginnt mit der niedrigsten Dosis.
  • Die Therapie darf höchstens ein bis zwei Jahre dauern.
  • Der Arzt sollte regelmäßig versuchen, die Dosis zu reduzieren und die Therapie schließlich ganz weg zu lassen (Auslassversuche).
Bei Frauen, die etwa fünfmal täglich unter Schweißausbrüchen leiden und somit zu den moderateren Fällen zählen, sucht Gossing nach alternativen Therapieformen. So schlägt sie den Patientinnen z.B. vor, ein Extrakt aus Traubensilberkerze zu nehmen oder Nahrungsmittel zu essen, die Soja enthalten.  

Hochwirksame Alternativen gegen Osteoporose


Noch vor wenigen Jahren haben manche Ärzte die Hormonersatztherapie auch bei erhöhtem Risiko für Osteoporose – etwa aufgrund familiärer Veranlagung – verschrieben. Auch davon raten Experten wie die vom Zentrum für Muskel- und Knochenforschung (ZMK) am Campus Benjamin Franklin der Charité in Berlin ab. „Inzwischen stehen für die medikamentöse Behandlung von Osteoporose hochwirksame Substanzen (Bisphosphonate der neueren Generation und SERMs) zur Verfügung, die den postmenopausalen Knochenschwund sehr wirksam bekämpfen“, heißt es in einer Stellungnahme des ZMK.
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Anti-Aging-Hormone im Zwielicht

DHEA, DHEAS, GH und Melatonin – die Leserschaft von Frauenmagazinen kennt diese Begriffe. Es handelt sich um Hormonpräparate der Anti-Aging-Medizin, denen die Hersteller eine ganze Reihe von angenehmen Wirkungen nachsagen: Sie sollen ein wahrer Jungbrunnen sein, Falten verhindern, die Libido stimulieren, Knochen und Immunsystem stärken sowie das Wohlbefinden fördern. 

Manche dieser Versprechen treffen möglicherweise zu: So zeigte sich in einer placebokontrollierten Studie, dass DHEA (Dehydroepiandrosteron) das Wohlbefinden um 84% steigern kann. Die Libido sei durch DHEA, das eine Vorstufe des männlichen Sexualhormons Testosteron ist, allerdings nicht beeinflusst worden. Trotz des relativ positiven Ergebnisses kommt Kuhl zu dem Schluss: „So lange keine ausreichenden kontrollierten klinischen Untersuchungen mit DHEA vorliegen, ist von einer Behandlung mit diesem Steroid abzuraten.“

DHEA erhöht eventuell Brustkrebsrisiko


Noch skeptischer als Kuhl betrachtet die US-amerikanische Wechseljahresexpertin Dr. Susan Love eine Therapie mit DHEA. Es bestehe der Verdacht, dass das Anti-Aging-Hormon das Risiko für Herzerkrankungen erhöhe. „Nicht bekannt ist zudem, wie sicher es hinsichtlich Brustkrebs ist“, schreibt Love in ihrem Buch „Dr. Susan Love’s Menopause and Hormone Book“ (2003, Three Rivers Press).

Vorsicht vor selbst ernannten „Anti-Aging-Doktoren“


Auch der Einsatz von DHEAS, Melatonin und dem Wachstumshormon GH (growth hormone) ist noch nicht umfassend untersucht. Entscheidet sich eine Frau trotz ungeklärter Studienlage für eine Therapie mit Anti-Aging-Hormonen, sollte sie sicherstellen, dass sie einen ausgebildeten Hormonspezialisten (Endokrinologen) konsultiert. „Bei falscher Behandlung drohen Schlaganfälle, Herzinfarkt und Krebs. Deshalb gehört diese Behandlung nicht in die Hände von selbst ernannten ‚Anti-Aging-Doktoren‘ ohne adäquate Ausbildung“, warnt Prof. Christoph M. Bamberger, Endokrinologe und Anti-Aging-Spezialist am Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf.  

Viele Wissenschaftler stehen der Anti-Aging-Medizin aber nicht nur wegen möglicher Nebenwirkungen wenig euphorisch gegenüber: Es sei nicht erwiesen, dass sinkende Spiegel für DHEA-, DHEAS-, GH- und Melatonin die Ursache für Alterungsprozesse im Körper seien, wenden die Kritiker des Anti-Aging-Booms ein.
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Hormone gegen Wechseljahrsbeschwerden gerieten ins Zwielicht. Studien wurden in der Publikumspresse zitiert, die einen Zusammenhang mit Brustkrebs, Herzinfarkt und Schlaganfall belegen.
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Nur bei starken Wechseljahrsbeschwerden raten Ärzte zu einer Hormontherapie. Dabei ist intensive Kontrolle ratsam.
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In Studien konnten Anti-Aging-Hormone nicht überzeugen. Sie können gefährliche Nebenwirkungen entwickeln.
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